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Modul 1: Individueller Stress
Stress vorbeugen
Es gibt
drei kraftvolle Strategien um Stress vorzubeugen. Dem Stress vorzubeugen gelingt
uns durch ein gutes Zeitmanagement, durch angemessene Einstellungen und
Erwartungen und durch Erholung.
Stress
vorbeugen durch Zeitmanagement
Eine der wichtigsten Ursachen für
Stress ist „zu wenig Zeit“. Zu viele Aufgaben müssen in zu kurzer Zeit
erledigt werden. Man erwartet, dass ein langfristiges Ziel schon in Kürze
erreicht ist. Andere Leute erwarten, dass man sofort für sie Zeit hat.
Durch Zeitmanagement kann ein Teil dieses Stresses abgebaut werden.
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Terminplanung |
Wenn Sie verschiedene Termine
aufeinander abgestimmt planen, sparen Sie Zeit. Zum Beispiel können
Sie
während dem Sporttraining der Kinder einkaufen gehen oder die Zeit nutzen, sich bei einem wohltuenden Tee und einem guten
Buch
ein wenig zu erholen.
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Prioritäten setzen |
Welche Aufgaben müssen wirklich
dringend erledigt werden, und welche können auch ruhig bis morgen oder
nächste Woche warten? Machen Sie sich einen Plan, was
wann und bis wann zu erledigen ist. Geben Sie zur geplanten Zeit immer
etwas Zeit dazu. Sie werden sich wohler fühlen, wenn Sie schneller
als geplant fertig sind! Eine all zu knappe Planung kann
wiederum Zeitdruck erzeugen.
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Delegieren |
Sie können Arbeiten auch
delegieren. Arbeiten in Ihrer Familie alle im Haushalt mit? Haben die
Kinder Ämtchen und machen sie diese auch? Oder bleibt alles an einer
Person hängen, die sich dann gestresst fühlt?
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Nein-Sagen |
Es ist auch wichtig, dass Sie
dann und wann "Nein" sagen. Fahren Sie zum Beispiel ihre Kinder nicht jedes
Mal ins Sporttraining, wenn sie mit dem Fahrrad oder einem
öffentlichen Verkehrsmittel gehen
können. Räumen Sie nicht jedes Mal hinter den Kindern auf (erwachsen werden
heisst, auch in diesen Bereichen Verantwortung zu übernehmen). Nehmen
Sie sich Zeit für sich und lassen Sie sich nicht zu etwas
überreden, das Sie ursprünglich gar nicht wollten. |
Stress vorbeugen durch nützliche
Einstellungen
Nicht nur die äusseren
Anforderungen müssen beachtet werden, sondern auch die eigenen
Gedanken, Einstellungen und Bewertungen. Das ist einer der wichtigsten
Punkte im Kampf gegen Stress, denn in ihnen liegt letztlich der Ursprung
des Stresserlebens. Folgende Fragen können helfen, Bewertungen und
Erwartungen in einer Situation zu erkennen:
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Was „stresst“ mich an dieser Situation so?
-
Welche Befürchtungen habe ich?
-
Welche Erwartungen habe ich?
-
Sind diese Erwartungen sinnvoll, angemessen?
-
Bewerte ich die Situation richtig?
-
Muss ich die Situation überhaupt bewerten?
-
Weiss der andere von meinen Erwartungen an ihn?
-
Was erwartet mein Gegenüber eigentlich von mir?
-
Was bedeutet es mir, dass etwas so und nicht anders
ist?
-
Was wäre, wenn es sich anders verhielte?
Die Gedanken und Gefühle, die in
einer Stresssituation auftreten, sollen genau identifiziert werden. Es
soll nicht nur klar sein, welches die Anforderungen und welches die
Bewältigungsmöglichkeiten sind, sondern auch woher diese Anforderungen
kommen und ob sie angebracht und nützlich sind.

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Übung 1: Von
welchen problematischen Gedanken lassen Sie sich gerne in Stress
versetzen?
Überlegen Sie sich, welche der
folgenden problematischen Erwartungen Sie selber dann und wann haben.
Versuchen Sie dann der problematischen Erwartung eine angemessenere
Erwartung entgegen zu stellen.
-
Ich muss
beweisen, dass ich das gut mache.
-
Ich muss das
besser als andere können.
-
Ich muss
zeigen, dass ich der oder die Beste bin.
-
Alle müssen
mich toll finden und mögen.
-
Ich darf mich
nicht blamieren.
-
Was denken
die anderen von mir, wenn ich das nicht schaffe?
-
Man darf sich
keine Blösse geben.
Vorschläge für angemessenere Erwartungen...
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Aber auch Erwartungen, die wir an andere stellen, können uns in Stress
versetzen. Dies ist besonders häufig der Fall, wenn der oder die andere
nichts von den Erwartungen weiss und sich dementsprechend auch nicht
danach verhalten kann. In diesem Fall ist es wichtig, dem Gegenüber unsere
Erwartungen mitzuteilen.
Bevor wir unsere Erwartungen
anderen mitteilen, sollten wir diese Erwartungen auch hinterfragen: sind
sie überhaupt gerechtfertigt, oder handelt es sich um irrationale oder
überrissene Erwartungen. Bei solch ungerechtfertigten, falschen
Erwartungen an andere, ist es wichtig, dass wir unsere Erwartungen ändern
(wie erfahren Sie durch den nächsten Link).
Der andere wird diese Erwartungen nämlich niemals erfüllen können, selbst
wenn er unsere Haltung kennt.
Ein weiterer Punkt sind unnötige Bewertungen. Bewertungen laufen in der
Regel sehr
schnell, automatisch und unbemerkt ab. Wenn wir beispielsweise eine Aussage
persönlich nehmen und beleidigt oder verärgert reagieren, haben wir
eine Situation negativ bewertet. Unser Gegenüber
wird sehr wahrscheinlich ebenfalls mit Ärger oder Rückzug reagieren. Ein
Konflikt ist so bereits vorprogrammiert. Nützlicher ist es, die Situation
gar nicht zu bewerten, denn häufig sind Bewertungen unnötig. Das gilt
besonders für negative Bewertungen!
Wieso eine Situation nicht auch einmal von
einer positiven, humorvollen Seite her sehen?
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"Ich bin kein fauler Kerl! Ich bin ein potenzieller Workaholic
mit hoch entwickelten Stressbewältigungsfähigkeiten!"
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Stress vorbeugen durch Erholung
Ein ganz wichtiger Punkt im
Umgang mit Stress ist die Erholung - hin und wieder bewusst ein „Time-Out“
planen, sich also Zeit nehmen und abschalten. Oft haben wir nämlich kaum mehr Zeit für
uns selber. Wir gönnen uns keine "Allein-Zeit" mehr. Weder um in einem guten Buch zu
lesen, noch um ein erholsames Bad zu nehmen oder einen kurzen Spaziergang
zu machen.
Ein Time-Out soll
Spass und Freude bereiten und ein richtiges Abschalten von Stress sein.
Ein Time-Out darf hingegen
nicht leistungsorientiert sein und sollte auch nicht unter Zeitdruck
ausgeführt werden. Erst dann können wir uns richtig entspannen und
wirklich erholen.
Eine gute Möglichkeit, sich zu
entspannen, bietet die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
oder das Autogene Training. Aber auch Bewegung wie Jogging, Walking,
Schwimmen, Fahrradfahren oder Spazieren können sehr erholsam sein.
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Übung 2: Wie können Sie sich am
besten erholen, ausspannen und zur Ruhe kommen? Erstellen Sie sich eine Liste mit
Entspannungstechniken und angenehmen Aktivitäten, die Sie leicht in
Ihren Alltag integrieren können. Legen Sie auch einen fixen Zeitpunkt
fest, an dem Sie sich ein Time-Out gönnen. Versuchen Sie sich während den
kommenden Tage und Wochen durch die geplanten Inseln im Alltag zu
erholen.
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Merke

Entspannungstechniken und angenehme Aktivitäten sollten nicht erst zum Einsatz
kommen, wenn Sie unter grossem Stress stehen. Denn regelmässige Erholung
beugt Stress vor. Und durch die Übung fällt es Ihnen wesentlich leichter,
sich in akuten Stresssituationen aktiv zu entspannen und dem Stress
entgegenzuwirken!
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| © 2003, 2006 by Yves Hänggi, University of Fribourg, Switzerland.
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